Wechselausstellung: Verpackungen
Willkommen in der Fabrik-Lobby!
Dieser Raum diente einst als Lagerfläche für unsere Rohstoffe.
Wir haben dort derzeit eine Ausstellung eingerichtet, die historische Etiketten und Grafiken präsentiert – etwa von Kartons, Chromolithografien oder anderen visuellen Materialien –, die einst von der Firma Mulot & Petitjean verwendet wurden.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Verpackung zu weit mehr als einem bloßen Mittel zum Schutz des Produkts entwickelt: Sie erzählt eine Geschichte, vermittelt eine Welt und spiegelt den Wandel von Geschmack und Epochen wider.
Die Anfänge der Verpackung: Schützen, Informieren, dann Verführen
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erfüllten Verpackungen vor allem einen praktischen Zweck: den Schutz, den Transport und die Haltbarmachung von Produkten.
Nach und nach entwickelten sie sich zudem zu einem Mittel der Differenzierung, das es ermöglichte, eine Marke zu erkennen und den Käufer zu informieren. Im 19. Jahrhundert wandelte sich die Verpackung im Zuge des Aufkommens von Kaufhäusern und Konsumkultur: Behälter aus Holz, Papier oder Karton lösten allmählich den Verkauf loser Ware ab und wurden zu Objekten, die den Geschmack und die Mode der jeweiligen Epoche widerspiegelten.
Schachteln: vom einfachen Behälter zum kostbaren Objekt
Im 19. Jahrhundert entwickelten sich Schachteln zu echten Schmuckstücken, verziert mit goldener Schrift, Emblemen oder kunstvollen Illustrationen. Sie dienten nicht mehr bloß dem Schutz des Produkts, sondern erzählten die Geschichte einer Marke.
Bei Mulot & Petitjean inspirieren bestimmte historische Designs auch heute noch unsere aktuellen Verpackungen. Einst in Haushalten aufbewahrt und weiterverwendet, haben sich diese Dosen zu echten Familienerbstücken entwickelt.
Viel Spaß beim Entdecken der verschiedenen Boxen-Stile in unserem Shop!
Bei Mulot & Petitjean lassen wir uns weiterhin von diesem grafischen Erbe inspirieren, indem wir ikonische Elemente unserer Identität – wie Engel, Früchte, Blumen und dekorative Vintage-Motive – neu interpretieren.
Einige historische Verpackungen und Handelsbilder sind sogar nahezu unverändert erhalten geblieben – etwa die berühmten Lebkuchenstreifen und -halbstreifen, die zu echten Markenzeichen des Hauses geworden sind.
Die Anfänge der Werbung
Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte die Werbung in Frankreich einen regelrechten Boom. Es entstanden neue Kommunikationsformen: illustrierte Plakate und Zeitungsanzeigen (wie Sie sie im Büro gesehen haben).
Ladenbesitzer verteilen auch kleine, bunte Werbekarten, sogenannte *Chromos*.
Chromolithografie: ein revolutionäres Druckverfahren
Im 19. Jahrhundert hielt die Chromolithografie Einzug – ein Verfahren, das den Farbdruck ermöglichte. Plakate, Kataloge, Werbekarten und Verpackungen wurden mit farbenprächtigen Bildern versehen – darunter Figuren und dekorative Muster –, die das Produkt aufwerteten und es den Kunden erleichterten, ihre Lieblingsmarken wiederzuerkennen.
Chromos: Sammelbilder
Sammelkarten erfreuten sich großer Beliebtheit, insbesondere bei Kindern, die mit Begeisterung sammelten. Sie konnten humorvolle Szenen, Märchen, Spiele, Tiere, Landschaften, saisonale oder festliche Anlässe sowie bedeutende historische Meilensteine darstellen.
Heute sind diese kleinen Bilder zu echten Sammlerstücken geworden, nach denen Liebhaber auf Garagenverkäufen und Flohmärkten suchen.
Im Laden sind verschiedene Lebkuchen mit dekorativen Motiven zu sehen: die Eule, die Feldmaus, der Bär Pompon und – zum Jahresende – der heilige Nikolaus und der Weihnachtsmann!
Ein genauerer Blick auf die Typografie
Die Entwicklung der Verpackung umfasst auch die Entwicklung der verwendeten Schriftzüge.
Bereits im 19. Jahrhundert ermöglichte der Buchdruck die Vervielfältigung von Texten und Mustern mithilfe von erhabenen Zeichen, die eingefärbt und anschließend auf Papier oder Karton gepresst wurden.
Jede Epoche hat ihren eigenen Stil:
Im 19. Jahrhundert begünstigten viktorianische Einflüsse stark dekorative Schriftformen, die sich durch aufwendige Ornamente und detailreiche Serifen auszeichneten.
Gegen Ende des Jahrhunderts führte der Jugendstil fließendere, von der Natur inspirierte Formen ein, die sich durch geschwungene Linien und florale Motive auszeichneten.
In den 1920er und 1930er Jahren etablierte das Art déco elegante, moderne, geometrische Formen.
Mitte des 20. Jahrhunderts kamen einfachere, schnörkellosere Schriftarten auf, die mit Modernität und guter Lesbarkeit assoziiert wurden.
Viel Spaß beim Betrachten der verschiedenen Logos von Mulot & Petitjean; sie spiegeln die Entwicklung grafischer Stile und Trends im Laufe der Zeit wider.